Auch im Bereich der Schnurlostelefonie halten konstant neue Technologien Einzug, die für mehr Komfort und neue Anwendungsmöglichkeiten für den Benutzer sorgen. Doch mit neuen Möglichkeiten kommen auch neue Fragen auf, denn ganz so einfach wie früher, wo man lediglich ins Regal greifen musste, um sich für ein analoges oder ISDN-basiertes Telefon zu entscheiden, ist es heute nicht mehr. Bei Gigaset heißt die neue Wahlmöglichkeit HX oder GO. Grund genug für ein Interview mit Frank Zillikens, Leiter Produktportfolio & Produktmarketing bei Gigaset, zu einem kurzen Hintergrundgespräch zu treffen, bei dem es um die Frage geht welche Kunden sich für ein HX-Handset und welche sich für ein GO-System entscheiden sollten.
Gigaset:
Hallo Herr Zillikens, vielen Dank, dass Sie Zeit für das Gespräch haben. Die Überschrift verrät es ja schon, die neue Wahlmöglichkeit für Kunden, die sich für ein Gigaset entscheiden, heißt im Wesentlichen HX oder GO. Fangen wir doch kurz mit HX an – was ist das, wofür steht HX?

Frank Zillikens
Frank Zillikens:
Inzwischen hat nahezu jeder Haushalt einen Router bei sich zu Hause. Über einen Router wird im Internet gesurft, ferngesehen und im Falle der neuen HX Mobilteile auch telefoniert. Die neue Gigaset HX-Serie ist zur direkten Anbindung an Router mit integrierter schnurloser Telefonie entwickelt worden. Dank der Universal-Mobilteil-Technologie der HX-Serie, können sowohl Router wie die AVM FRITZ!Box, die auf DECT-Basis arbeitet, oder der Telekom Speedport, welcher den CAT-iq-Standard nutzt, unterstützt werden.
Gigaset:
Ich verstehe. Der kürzeste und einfachste Weg quasi. Anschluss direkt am Router, ohne zusätzliche Basisstation oder ähnliches. Wird das nicht aber von AVM mit dem FRITZ!Fon oder der Telekom mit dem Speedphone auch angeboten?
Frank Zillikens:
Das ist richtig. Beide Hersteller bieten eigene Telefone an. Allerdings unterscheiden sich die angebotenen Telefone grundsätzlich von unserem Anspruch Design, Qualität, und Produkte „Made in Germany“ zu verkaufen.
Gigaset:
Das klingt einleuchtend – das Telefon soll sich natürlich besonders gut in das individuelle Wohnumfeld einpassen. Was viele AnwerderInnen ebenfalls interessieren dürfte – wie steht es um die Funktionalität? Man kennt das ja, das Komplettsysteme gut funktionieren aber für andere Anbiete die eine oder andere Tücke parat haben.
Frank Zillikens:
Damit haben wir uns lange Zeit während der Entwicklung beschäftigt und auch den zugrunde liegenden Standard mit beeinflusst. Beim Betrieb eines HX-Mobilteils direkt an einem Router sind zahlreiche Komfortfunktionen verfügbar. Vor allem der Zugriff auf das interne Telefonbuch der Router, auf Wahllisten eingehender, abgehender oder verpasster Anrufe und die Bedienung des Router-eigenen Anrufbeantworters hat für Kunden höchste Priorität. Nicht weniger wichtig das Thema Sprache: Die Mobilteile der HX-Linie sind HD-Voice (High Definition Voice) zertifiziert und übertragen die IP-basierten Gespräche mit glasklarer Breitband-Sprachqualität. So ergibt sich für den Kunden eine besonders natürliche Sprachqualität und brillanter Klang und eine quasi lückenlose Funktionalität am Router, auch wenn AVM und die Telekom sich einige Spezialitäten vorbehalten, die wir mit unseren Geräten nicht abbilden, wie zum Beispiel die Haussteuerung bei AVM vom Telefon aus, wenn man das System so umfänglich nutzt.
Gigaset:
Klingt so als wäre HX perfekt. Für wen ist nun also Gigaset GO geeignet?
Frank Zillikens:
Bei Gigaset GO geht es aus technologischer Sicht um All-IP. Das Thema wurde hier im Blog glaube ich schon einmal behandelt. Die Telekom wird bis Ende 2017 mehrheitlich auf ALL-IP in der Telefonie umgestellt haben – sprich analoge Telefone werden dann nicht länger nutzbar sein. Laut Statista sind von dieser Umstellung alle 21 Millionen Kunden der Telekom in Deutschland betroffen, die noch analoge Telefone verwenden. Mit Gigaset GO möchten wir diesen Kunden helfen und ein Angebot für sie schaffen.
Gigaset:
Die Gigaset GO Systeme bieten also eine zukunftssichere Alternative für den unausweichlichen ALL-IP Wechsel?
Frank Zillikens:
Richtig. Sie können sowohl an einer herkömmlichen analogen Telefonbuchse als auch später über ein LAN-Kabel dank der Integration der Internet-Telefonie (VoIP) hinter jedem Internet-Router betrieben werden. Einfach das LAN-Kabel in die entsprechende Buchse und los.
Gigaset:
Sprich ein Kauf lohnt sich schon heute, weil das Telefon analog betrieben werden kann und später dann auf ALL-IP (VoIP) umgestellt werden kann. Welche weiteren Vorteile gibt es – innerhalb der Telefonie?
Frank Zillikens:
Sobald das LAN Kabel in den Router gestöpselt wird, können unsere Kunden folgende Vorteile erleben:
- Bis zu sechs Telefonnummern mit zwei gleichzeitigen Gesprächen stehen zur Verfügung
- Drei integrierte Anrufbeantworter mit einer Aufnahmedauer von bis zu 55min
- Kostenlosen Anrufe zwischen GO Systemen weltweit
- Anzeige der Namen aller eingehenden Anrufer durch eine blitzschnelle Online Rufnummernsuche im Hintergrund
- Kostenersparnis durch Verzicht auf eventuell notwendigen DECT-Repeater beim Routerbetrieb durch die Leistungsstärkere Gigaset GO-Box
- Durch die Anzeige des Wetterberichtes auf dem Standby-Bildschirms mit einem Blick sehen, ob der Regenschirm mit sollte oder nicht
Gigaset:
HX oder GO – beides eine clevere Wahl. Aber fassen wir noch einmal zusammen. Welchen Kunden, in welcher Lebenssituation, würden Sie welches Produkt empfehlen?
Frank Zillikens:
Unser reichhaltiges Gigaset GO Portfolio bietet zukunftssichere Telefone für die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse. Das Portfolio reicht von einem robusten, zuverlässigen Telefon, wie dem E630A GO, welches durchaus auch in einer Werkstatt eingesetzt werden kann, bis zu einem Design-Telefon, wie dem CL750A GO, auch bekannt als Sculpture, oder unserem High-Performance Telefon SL450A GO. Entscheidend hier ist, das unser GO Portfolio eine zukunftssichere Perspektive bietet, da die Kunden sowohl an einer herkömmlichen Telefonbuchse oder an ein das LAN Kabel im Router anschließen können. Unsere Kunden sind somit bestens für die Umstellung auf ALL-IP gerüstet. Und beim Anschluss des LAN Kabels erhalten die Kunden zusätzlich Online-Dienste, wie das kostenlose Telefonieren zwischen GO-Systemen.
Unsere HX-Serie wiederum ist für solche Kunden interessant, die einen Router mit integrierter schnurlos Telefonie besitzen, wie z.B. die AVM FRITZ!Box oder den Telekom Speedport. Hier bieten wir seid der Einführung der HX-Serie im November 2015 unseren Kontaktmanager S850HX oder das Premium-Mobilteil SL450HX mit Aluminiumrahmen an. Beide sind wahre Organisationstalente und fügen sich hervorragend in moderne Wohnumfelder ein.
Gigaset:
Herr Zillikens, vielen Dank für das Gespräch.
Begriffs-Glossar:
DECT:
Die Abkürzung DECT steht für Digital Enhanced Cordless Telecommunications und ist ein internationaler Standard für Telekommunikation mittels Funktechnik. Dieser internationale DECT Standard nutzt einen geschützten Frequenzbereich und kommt vorwiegend bei Schnurlostelefonen und kabelloser Datenübertragung zum Einsatz.
CAT-iq:
CAT-iq (Cordless Advanced Technology – internet quality) vereint breitbandige Datenübertragung und Festnetztelefonie, indem der herkömmliche DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) Standard um VoIP und andere Internet-basierte Dienste erweitert wird. Vorteile von CAT-iq sind unter anderem:
- die brillante Sprachqualität (mit Breitband-Audio können Gespräche in deutlich hörbarer besserer Klangqualität wie bei herkömmlichen Schnurlostelefonen geführt werden)
- Produkt-Interoperabilität (durch ein Zertifizierungsprogramm sichergestellte reibungslose Kompatibilität unter allen CAT-iq Geräten unterschiedlicher Hersteller)
Voraussetzung für CAT-iq sind ein Breitband-Interzugang sowie ein CAT-iq-fähiges Telefon und ein CAT-iq-fähiger Router, um Dienste wie die Breitband-Audio-Technologie nutzen zu können.
Der Beitrag Bist Du HX oder GO? Die neuen Gigaset Telefonlösungen erschien zuerst auf Gigaset Blog.